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Pharma Weiterbildungen im Überblick

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Die Pharmaindustrie bietet vielfältige Karrierechancen – vom Einstieg als geprüfter Pharmareferent bis hin zu Spezialisierungen in Marketing, Pharmakovigilanz oder klinischer Forschung. Für den langfristigen Erfolg ist hierbei eine kontinuierliche Weiterbildung notwendig, um mit den Entwicklungen in Wissenschaft, Recht und Kommunikation Schritt zu halten. Damit du einen klaren Überblick hast, welche Pharma Weiterbildungen möglich sind, zeigen wir dir die wichtigsten Wege – von der Basisqualifikation bis hin zu spezialisierten Karrierepfaden.

Übersicht: Weiterbildungswege für Pharmareferenten

Weiterbildungsweg Dauer / Format Ziel / Schwerpunkt Typische Zielgruppe
Geprüfter Pharmareferent (IHK) 4,5–12 Monate
Vollzeit oder berufsbegleitend
Basisqualifikation, gesetzliche Voraussetzung für den Außendienst Berufseinsteiger, Quereinsteiger
Aufbaukurse Kommunikation & Sales Wenige Tage bis Wochen Gesprächsführung, Vertriebsstrategien, Praxiswissen Außendienstmitarbeiter, Berufseinsteiger
Pharmakovigilanz & Regulatory Affairs 12–18 Monate
Zertifikatslehrgänge
Arzneimittelsicherheit, Meldewesen, Zulassungsverfahren Erfahrene Pharmareferenten, naturwissenschaftliche Quereinsteiger
Pharmamarketing & Market Access 12–24 Monate Strategische Markteinführung, Preisbildung, Gesundheitsökonomie Außendienstmitarbeiter, Marketingeinsteiger
Klinische Studien & Medical Affairs 6–24 Monate Studienkoordination, wissenschaftliche Beratung, Schnittstelle Medizin Naturwissenschaftler, erfahrene Pharmareferenten
Digitale Weiterbildung (E-Learning) Flexibel, selbstgesteuert Aktuelle Trends, Fachwissen, Soft Skills Alle Karrierelevel

Von der Basisqualifikation zum Berufseinstieg

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Der geprüfte Pharmareferent (IHK) ist eine der schnellsten Einstiegsmöglichkeiten in die Branche. Ohne diesen Abschluss dürfen Außendienstmitarbeiter keine verschreibungspflichtigen Arzneimittel vorstellen. Die Ausbildung vermittelt naturwissenschaftliches Basiswissen, rechtliche Grundlagen (AMG, HWG), Kommunikationstechniken und Einblicke in den Pharmamarkt. Für viele ist dies die erste Station ihrer Laufbahn – sei es als Berufseinsteiger nach einer kaufmännischen Ausbildung, als Quereinsteiger aus Naturwissenschaften oder als Neuorientierung im Gesundheitswesen.

Aufbaukurse für Kommunikation und Vertrieb

Nach dem Einstieg liegt der Fokus häufig auf vertrieblicher Kompetenz. Aufbaukurse im Bereich Sales, Gesprächsführung und Verhandlungstechniken helfen, Termine effizienter zu nutzen und den eigenen Auftritt bei Ärztinnen und Ärzten zu verbessern.

Diese kompakten Weiterbildungen dauern oft nur wenige Tage oder Wochen und lassen sich gut neben der Arbeit integrieren. Sie bieten unmittelbaren Mehrwert im Außendienst. Spezielle Kommunikationstrainings für den Pharmaaußendienst haben hier den größten Nutzen. Sie integrieren nicht nur die richtige Gesprächsführung mit Ärztinnen und Ärzten, sondern auch den sicheren Umgang mit den medizinischen Fachangestellten (MFA).

Spezialisierung: Pharmakovigilanz und Regulatory Affairs

Ein wachsendes Feld sind Weiterbildungen im Bereich Pharmakovigilanz (Arzneimittelsicherheit) und Regulatory Affairs (Zulassungswesen). Die Arzneimittelsicherheit hat hierbei die Aufgabe dafür zu sorgen, dass der Nutzen eines Arzneimittels immer höher ist, als sein Risiko. Jedes Arzneimittel hat Risiken, da jedes Arzneimittel auch Nebenwirkungen besitzt. Die Arzneimittelsicherheit (Pharmakovigilanz) stellt daher die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit in den Fokus. Die Abteilung bewertet eingehende Nebenwirkungen und meldet diese an die zuständigen Behörden wie das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BefArM). In enger Absprache mit den Behörden ergreift die Pharmakovigilanzabteilung Maßnahmen wie die Änderung von Packungsbeilagen oder den Rückruf des Arzneimittels vom Markt, falls erforderlich. Wichtigster Ansprechpartner der Abteilung ist der Stufenplanbeauftragte (m/w/d), der für die korrekte Umsetzung aller Vorgaben in Bezug auf die Arzneimittelsicherheit verantwortlich ist.  

Die Zulassungsabteilung hat die Aufgabe sicherzustellen, dass das Arzneimittel rechtskonform in den Markt eingeführt wird. Jedes Arzneimittel darf nur über die Ladentheke an die Patienten ausgegeben werden, das eine Arzneimittelzulassung besitzt. Die Arzneimittelzulassung wird hierbei u.a. von einer entsprechenden Bundesbehörde wie dem Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BefArM) erteilt. Diese prüft das Arzneimittel anhand der eingereichten Unterlagen (Arzneimitteldossier) des Herstellers auf Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit. Die Zulassungsabteilung hat hierbei die Aufgabe dafür zu sorgen, dass alle erforderlichen Unterlagen zum Nachweis von Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit ausreichend im Arzneimitteldossier belegt sind. Ändert sich etwas am Arzneimittel wie beispielsweise dem Herstellungsweg (Produktion) oder den Inhaltsstoffen (z.B. Hilfsstoffe), muss das Arzneimitteldossier angepasst werden, was ebenfalls Aufgabe der Zulassungsabteilung ist. 

Die Aufgabe der jeweiligen Abteilungen liegt demnach in der rechtlichen Überwachung von Medikamenten und der Dokumentation von Nebenwirkungen (Pharmakovigilanz) sowie um die Begleitung von Zulassungsverfahren (Zulassungsabteilung).

Diese Spezialisierung erfordert ein hohes Verantwortungsbewusstsein. Sie eignet sich besonders für Pharmareferenten, die tiefer in die Schnittstelle von Wissenschaft, Recht und Unternehmensstrategie einsteigen wollen. Die Weiterbildung findet hierbei meist direkt in den Pharmaunternehmen (Training on the Job) statt und dauert in der Pharmakovigilanz zwischen 8-12 Monaten, teils länger. Speziell die Übernahme der Aufgaben als Stufenplanbeauftragter ist in der Regel erst nach mindestens zwei Jahren möglich.

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Pharma Marketing und Market Access

Im Bereich Market Access geht es speziell darum, neue Arzneimittel strategisch in den Markt einzuführen, Preis- und Erstattungsfragen zu klären und den Zugang zum Gesundheitssystem zu sichern. Hierfür ist die Market Access Abteilung bereit, in der Forschung und Entwicklung des Arzneimittels aktiv. Da der spätere Erstattungspreis durch die Krankenkasse vom Zusatznutzen des neuen Arzneimittels gegenüber bestehenden Arzneimitteln abhängt, ist die Market Access Abteilung bereits von Beginn an in die Forschung und Entwicklung eingebunden. Neben der Erforschung auf die gewünschte Wirkung des Arzneimittels, gibt die Abteilung weitere Bereiche (sogenannte Endpunkte) vor, die bei der Erforschung des Arzneimittel berücksichtigt werden sollen. Market Access geht bei diesen Bereichen davon aus, dass sie einen zusätzlichen Nutzen für den Patienten haben könnten (z.B. weniger Nebenwirkungen) und somit die Behandlung des Patienten deutlich verbessern.   

Weiterbildungen in diesem Bereich geschehen meist in den jeweiligen Pharmaunternehmen direkt. Auch die Dauer der Weiterbildung ist unternehmensindividuell. Sie liegt in der Regel zwischen 12 und 24 Monaten und kombinieren betriebswirtschaftliches Wissen mit pharmazeutischem Know-how. Für viele Außendienstmitarbeiter ist dies der nächste Schritt Richtung Management oder strategische Positionen.

Klinische Forschung

Wer stärker an der Schnittstelle von Wissenschaft und Praxis arbeiten möchte, findet im Bereich der  klinischen Forschung spannende Möglichkeiten. Hier geht es um die Planung und Betreuung klinischer Studien, die Überwachung von Studienzentren und um die ethische und rechtlich korrekte Durchführung von klinischen Studien an Tieren (Veterinärbereich) und an Menschen (Humanbereich). Klinisches Fachpersonal, wie Klinische Monitore, verfassen dafür im ersten Schritt das sogenannte Studiendesign (Study Design) hierin ist jeder Schritt im Ablauf der klinischen Prüfung klar beschrieben. Angefangen von der ersten Rekrutierung der Testpersonen über die Durchführung der einzelnen Studienabschnitte bis zum Abschluss ist jedes Detail im Studienplan genau festgelegt. Vor jeder Klinischen Prüfung muss dieses Studiendesign zunächst von einer entsprechenden Bundesbehörde wie dem Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BefArM) geprüft und genehmigt werden. Zudem prüft eine Ethikkommission, unabhängig von der Behörde ebenfalls das Studiendesign. Erst nach Freigabe durch beide Institutionen ist der Beginn der Studie möglich und darf auch nur genau so durchgeführt werden, wie sie im Studiendesign festgelegt wurde.  

Als Einstieg eignet sich u.a. eine Weiterbildung als Klinischer Monitor (CRA), welche in drei Monaten möglich ist. Oft setzen Firmen zudem ein naturwissenschaftliches Studium (z.B. Pharmazie, Chemie, Biologie) oder eine ähnliche Vorbildung voraus. Die Einarbeitungszeit und Weiterbildung im Unternehmen hängt stark vom Unternehmen und dem Bereich ab, in dem man tätig ist. Sie liegt in der Regel bei weiteren 9-12 Monaten.

Digitale Tools und flexible Weiterbildung

Neben klassischen Lehrgängen gewinnen digitale Formate zunehmend an Bedeutung. E-Learning-Plattformen, Online-Seminare oder Webinare ermöglichen es, sich flexibel und kontinuierlich weiterzubilden – etwa zu aktuellen Studien, neuen Wirkstoffen oder Kommunikationstrends.

Besonders für Pharmareferenten im Außendienst sind digitale Tools praktisch, da sie Weiterbildung in den Arbeitsalltag integrieren können.

Fazit: Weiterbildung als strategische Investition

Pharma Weiterbildungen sind weit mehr als ein Zusatz im Lebenslauf. Sie sind die Grundlage für nachhaltige Karrierewege und eröffnen Chancen in einer Branche, die sich ständig weiterentwickelt.

Von der ersten Weiterbildung und damit dem Einstieg in die Pharmaindustrie als geprüfter Pharmareferent bis hin zu Spezialisierungen in Pharmakovigilanz, Marketing oder klinischer Forschung – die Möglichkeiten sind vielfältig. Wer seine Weiterbildung strategisch plant, bleibt nicht nur fachlich aktuell, sondern sichert sich auch langfristig attraktive Positionen im Markt.

Bei human care medidact unterstützen wir dich dabei, den passenden Weg zu wählen, deine Qualifikation auszubauen und dich gezielt auf deine nächste Karrierestufe vorzubereiten.

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